Römische Handelsrouten

Das RGZM hat in Kooperation mit dem i3mainz, der Universität von Reading und der Universität von Leeds ein Projekt realisiert, das auf der Grundlage der Fundorte von Amphoren und Terra-Sigillata-Gefäßen der Erforschung und Visualisierung von Handelrouten im Imperium Romanum dient. Dazu wurde »die größte archäologische Forschungsdatenbank der Welt mit mehr als 200.000 namen-gestempelten Gefäßen« erstellt, die jetzt auch im Internet zu Verfügung steht: http://www.rgzm.de/transportroutes/

Zur Erläuterung der Projekts hier ein Auszug aus der Beschreibung auf der Website:

»Die Forscher am Römisch-Germanisches Zentralmuseum rekonstruieren diese Handelswege mittels softwarebasierter Kartierung des europaweit verstreuten Fundmaterials. Die althergebrachten Angaben zu Transportkosten, die vorwiegend aus den spätantiken Preislisten von Kaiser Diokletian stammen, können mit dieser riesigen Materialsammlung jetzt erstmals ernsthaft überprüft und korrigiert werden. Die Angaben in der antiken Literatur über die Transportkosten über Meer (Faktor 1), Fluss (Faktor 5) und Land (schwankend zwischen Faktor 8 und Faktor 68) sind sehr variabel. Daraus ist unschwer zu erkennen, dass vor allem die Transportkosten über Land sehr unterschiedlich beurteilt wurden.

Im Unterschied zu gängigen GIS-Verfahren wird in diesem Projekt nicht vom Landschaftsrelief, sondern vom bekannten römischen Straßennetz ausgegangen. Eine Einfärbung der Karten von Grün bis Rot gibt, ausgehend vom jeweiligen Produktionszentrum, die Zunahme der Transportkosten wieder, je weiter man sich vom Herstellungszentrum entfernt. So stellte sich heraus, dass die Preise für Terra Sigillata im von den Römern nicht eroberten freien Barbaricum enorm hoch gewesen sein mussten. Dies passt zu der Tatsache, dass dort in der Regel nur Einzelstücke gefunden wurden. Diese Gefäße waren somit ein hohes Statussymbol. In etwa wie ein IPhone in Siberien heute.«

Siehe dazu auch die Pressemitteilung auf idw-online: »Wirtschaft auf Umwegen: Römische Handelsrouten dank größter archäologischer Datenbank nachvollziehbar«

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