»Kaiser, Gott, oder?«

Nächste Woche Donnerstag, den 12. Juli, um 18 Uhr c. t., veranstaltet der Verein von Altertumsfreunden im Rheinlande einen interessanten Vortrag im Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums zu Bonn mit dem vollständigen Titel »Kaiser, Gott, oder? Zur Deutung römischer Panzerstatuen in den Nordwest-Provinzen des Römischen Reiches«. Der Vortragende ist Dr. Peter Noelke, Honorarprofessor am Archäologischen Institut der Universität Köln und korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI).

Gegenstand des Vortrags ist ein gleichsam alter Bekannter aus dem Römisch-Germanischen Museum zu Köln. Es handelt sich um den gut lebensgroßen Torso einer Panzerstatue aus Kalkstein, der im 16. Jahrhundert im Bereich des römischen Flottenlagers an der Alteburg gefunden wurde. 1571 hat sie Arnold Mercator auf der linken Randleiste seines Stadtplans von Köln abgebildet (s. Abb.). Noch im 19. Jahrhundert war der Torso auf dem Laurenzplatz eingemauert und kam erst 1848 ins Museum.

Die aus dem frühen 2. Jahrhundert stammende Statue ist aufgrund ihrer fragmentarischen Erhaltung und der stark verwitterten Reliefs auf dem Panzer nicht eindeutig zu identifizieren. Schon seit ihrer Entdeckung galt sie als Bildnis eines Kaisers, worauf einige Details ihrer Ikonographie hinweisen könnten. Aufgrund ihres Fundortes wurde unter anderem angenommen, dass sie vom Heer als Weihung an den Kaiser im Lager aufgestellt worden war, so wie dies auch in anderen Fällen im Bereich des Römischen Reiches belegt ist. Beweisen lässt sich diese Funktion indes, wie gesagt, nicht. Nach Ansicht von Noelke widersprächen dieser Deutung die Beinschienen, welche die Figur ursprünglich getragen hat. Dies und alternative Interpretationsmöglichkeiten, wie die Darstellung des Gottes Mars oder »die Ehrenstatue eines ritterlichen Offiziers«, wird Noelke in gut einer Woche diskutieren.

Weitere Informationen zur Statue (z.B. Maße und Literaturangaben) und verschiedene Abbildungen finden sich auf Arachne, der zentralen Objektdatenbank des DAI und des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln.

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