Peter Connolly ist gestorben.

Anscheinend unbemerkt von den deutschsprachigen Medien ist am 2. Mai dieses Jahres der britische Autor, Illustrator und Historiker Peter Connolly im Alter von ›nur‹ 76 Jahren in Folge einer Krankheit verstorben. Connolly war vor allem durch seine lebendigen und detaillierten Bilder, meist in Gouachemalerei, von antiken Artefakten und Rekonstruktionen insbesondere aus dem Bereich des griechisch-römischen Militärwesens bekannt und geschätzt. Seine damit illustrierten Bücher etwa zum griechischen und römischen Militär oder zur antiken Stadt richteten sich zwar vornehmlich an Kinder und Jugendliche. Aufgrund seiner akribischen Recherche und eigener archäologischer Experimente, was ihn von anderen Illustratoren unterschied, genossen seine Arbeiten jedoch auch in akademischen Kreisen Wertschätzung, wie verschiedene Auszeichnungen belegen. So erhielt Connolly, obgleich er nie studiert, sondern sich alle historischen und archäologischen Kenntnisse autodidaktisch beigebracht hat, ein Forschungsstipendien am University College in London und wurde 1985 zum Mitglied der renomierten Society of Antiquities gewählt. Nicht wenige Menschen, die sich heute beruflich oder privat intensiv mit der Antike beschäftigen, wurden in ihrer Jugend auch durch Connollys Arbeiten dazu angeregt. Insbesondere die Reenactment-Scene hat erheblich von seinen Arbeiten profitiert und viele Impulse erhalten. Sein Buch »Greece and Rome at War«, das 1998 in neuer und revidierter Auflage erschien, allerdings leider nie in deutscher Übersetzung, ist bis heute eine Art Standardwerk zur griechisch-römischen Militärgeschichte. Indes beschränkte sich Connolly nicht nur auf Griechenland und Rom, sondern befasste sich auch mit ›Randkulturen‹, wie Puniern, Kelten und Iberern, oder mit dem Mittelalter. Zudem reizte ihn die archäologische Rekonstruktion des antiken Lebens jenseits der Schlachtfelder, wie sein bereits erwähntes Buch zur antiken Stadt und seine letzte Publikation zum Colosseum in Rom belegen.

Nachtrag: Einen kurzen persönlichen Nachruf auf Connolly (mit einigen seiner Bilder) hat Ute Krebs von der Bildagentur akg-images Berlin am 15.06. veröffentlicht.

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