Literaturrecherche – einfach und umfassend

Schon im 20. Jahrhundert war keine Forschungsbibliothek in der Lage, jede für die Forschung nötige Spezialliteratur umfassend zu erwerben. Diese Erkenntnis, verbunden mit der grundsätzlichen föderalen Organisation des Kulturlebens in Deutschland, führte 1949 zur Einführung des sogenannten Systems der überregionalen Literaturversorgung von Wissenschaft und Forschung. Unter Federführung der Deutschen Forschungsgemeinschaft wurden 23 Staats- und Universitätsbibliotheken ausgewählt, um die gesamte wissenschaftliche Literaturproduktion zu erwerben, wobei jede Bibliothek den Fachbereich übernahm, zu dem sie bereits umfassende Spezialbestände besaß. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass nahezu jede national und international veröffentlichte Spezialliteratur der Forschung in Deutschland zur Verfügung steht.

Eine Übersicht über alle 121 auf über 40 Bibliotheken in Deutschland verteilte Sammelschwerpunkte bietet das Online-Informationssystem WEBIS.

Aufgrund ihrer spezifischen Sammlungsgeschichte erhielt die Universitätsbibliothek (UB) Heidelberg unter anderem das sogenannte Sondersammelgebiet (SSG) Klassische Archäologie. Das heißt, dass hier möglichst sämtliche deutschsprachige und ausländische Literatur (Bücher und Zeitschriften), einschließlich non-book-Medien (Mikrofiches, Online-Medien, DVD etc.), gekauft und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden müssen. Thematisch umfassen die Publikationen nicht nur den engeren Bereich der Klassischen (griechisch-römischen) Archäologie, sondern auch die ägäische Archäologie, Etruskologie und Provinzialrömische Archäologie sowie Literatur zum Thema »Archäologie« allgemein, wie etwa Schriften zur Forschungsgeschichte, zu Theorien und Methoden bzw. Arbeitstechniken.

Will man sich also über die zu einem bestimmten archäologischen Thema erschienene Literatur informieren, so gehört die Heidelberger UB neben dem OPAC des Deutschen Archäologischen Instituts (ZENON) sicher zu den ersten Adressen. Sehr nützlich ist zudem, dass die UB ihre Neuerwerbungen online veröffentlicht, so dass man auf die Weise recht gut über archäologische Neuerscheinungen informiert ist. Einen besonders praktischen Service gibt es leider nur für Inhaber eines Bibliotheksausweises: Diese können nämlich die Listen der Neuwerbungen auch per E-Mail oder RSS abonnieren und werden dadurch gleichsam automatisch und direkt auf ihrem Rechner informiert – ohne den Umweg über die Website der UB.

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