Vorsicht, Suchtgefahr! Frühe Arbeiten digital neu erschlossen.

Wer sich für die archäologische Forschungsgeschichte oder generell für frühe Sichtweisen auf alte, fremde Kulturen interessiert, dem bietet die Universitätsbibliothek (UB) Heidelberg in Kooperation u.a. mit dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) seit 2009 einen einmaligen, reichen Fundus.

Zu dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) der UB zugewiesenen Sondersammelgebiet Archäologie gehört auch ein umfangreicher Bestand archäologischer Literatur des 16. bis frühen 20. Jahrhunderts. Daraus wurden und werden ausgewählte Werke vollständig digitalisiert und via Internet kostenfrei zugänglich gemacht. Im Rahmen eines DFG-Projekts mit dem etwas kryptischen Titel »Rezeption der Antike im semantischen Netz: Buch, Bild und Objekt digital« wird das Angebot systematisch ausgebaut und sowohl über die Seite http://archaeologie-digital.uni-hd.de als auch im Rahmen der Virtuellen Fachbibliothek Altertumswissenschaften PROPYLAEUM zu Verfügung gestellt.

Zur Erschließung der Digitalisate werden verschiedene Möglichkeiten angeboten: Zum einen kann man sich alle Autoren in alphabetischer Folge anzeigen lassen. Zum anderen wurden die Bände mit Georeferenzierungen der GeoNames Geographical Database versehen, was einen topographischen Zugriff nach Ländern und Orten ermöglicht. Besonders interessant ist hier die Kartenansicht, in der die behandelten Orte auf einer GoogleMap-Karte verteilt zu sehen sind.

Und schließlich sind die Titel bestimmten thematischen Kategorien zugeordnet, die an den Thesaurus der Archäologischen Bibliographie des DAI angelehnt sind.

Inhaltlich verteilen sich die Titel auf nahezu alle archäologische Disziplinen, wobei der Schwerpunkt sicher im Bereich der Klassischen Archäologie liegt. Aber auch die Provinzialrömische Archäologie wird berücksichtigt. So finden sich neben frühen Schätzen wie etwa dem 1616 erschienenen Werk »Germania Antiqua libri tres» des Historikers und Geographen Philipp Clüver auch ›jüngere‹ Titel, wie beispielsweise etwa Friedrich Creuzers 1838 erschienene Monographie »Das Mithreum von Neuenheim bei Heidelberg« oder die 1865 von Karl Bernhard Stark publizierte Arbeit »Zwei Mithraeen der Grossherzoglichen Alterthümersammlung in Karlsruhe«. Weitere interessante Titel kommen nahezu täglich hinzu, da das Projekt, wie gesagt, nach und nach weiter ausgebaut wird.

Außerdem sei hier noch auf ein weiteres ambitioniertes Heidelberger Digitalisierungsprojegt hingewiesen, welches das zuvor beschriebene sehr gut ergänzt und ebenfalls im Rahmen des oben genannten DFG-Projekts realisiert wird: Seit September 2011 werden auch Zeitschriften zur Klassischen Archäologie und Ägyptologie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts digitalisiert. Auch hier gibt es Beiträge oder ganze Zeitschriften, die sich mit provinzialrömischen Themen befassen, wie etwa das von 1892 bis 1903 erschienene »Limesblatt: Mitteilungen der Streckenkommissare bei der Reichslimeskommission«.

Zum Schluss ist noch zu erwähnen, dass alle digitalisierten Titel auch über PropylaeumSEARCH und über HEIDI, den OPAC der Bibliotheken der Universität Heideberg, recherchierbar sind.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Digitalisierung, Internet, Literatur abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s